Mittwoch, 4. Februar 2009

Die Causa "Piusbruderschaft"

Papst Benedikt XVI. wird gerade zum Opfer einer parteiübergreifenden Diffamierungskampagne, in der die veröffentlichte Meinung zu sehr großen Teilen offenbart, dass sie weder lesen noch zuhören noch zwischen kanonischem und säkularem Recht unterscheiden kann - geschweige denn überhaupt zwischen zwei voneinander unabhängigen Sachverhalten zu differenzieren.

Was meiner Ansicht nach viele Leute stört, ist nicht so sehr der Sachverhalt an sich, sondern der Eindruck, den die veröffentlichte Meinung erzeugen möchte bzw. erzeugt. Plump gesagt: dass die Medien "Hetze" betreiben. Das scheint mir der Kern der Debatte.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Apud quatuor valles

Circa festum sancti Andree treffen sich, wie Wilhelm von Nangis und der österreichische Reimeschmied Ottokar zu berichten wissen, vor der stat ze Tol ûf einer heiden der rex Francie Philipp IV., der noch zu Lebzeiten den Beinamen "der Schöne" erhielt, und der im Jahr zuvor zum König im alten ostfränkischen Reichsgebiet erhobene Habsburger Albrecht I. Aller Wahrscheinlichkeit nach beginnt dieses Königstreffen, das auf eine reiche Tradition aus vergangenen Jahrhunderten blicken kann, am suntag (Ottokar), den 6. Dezember 1299 und dauert drei Tage, ehe es am 8. Dezember mit einem festlichen Turnier, bei dem sich die Gefolgschaften beider Könige im Wettkampf messen, beendet wird. Auf diesen Tag sind auch die Urkunden datiert, welche von den Abmachungen des Treffens zeugen.

Mittwoch, 23. Januar 2008

[Rezension] Matthias Matussek, Wir Deutschen

Matussek, Matthias: Wir Deutschen. Warum uns die anderen gern haben können, Frankfurt a.M. 2006.

"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch" - dieses Zitat des deutschen Schriftstellers Bertold Brecht begegnet dem Leser recht häufig in Matthias Matusseks Traktat über ein neues deutsches Nationalgefühl. Er verwendet es jedoch nicht im Sinne des Urhebers oder gar dessen Nachfolger, die es als mahnende Warnung immer dann präsentieren, wenn irgendwo aus deutschem Munde das Wort "Nation" erschallt. Im Gegenteil: Er setzt es mit einem Unterton der Häme, der beißenden Ironie, des stechenden Zynismus ein. Er, der einst selbst in jenen Gefilden, die in seinem Buch unter der Bezeichnung "68er" firmieren, lebte, nachdem er der "Hölle" seines bürgerlichen Elternhauses entkommen war. Freilich, er benutzt diesen Ausdruck sarkastisch, im Kontext des Lobliedes auf seine Familie und gerade den Vater, der genau das verkörperte, was Matussek unter einem Bildungsbürger präsentiert. Überhaupt ist sein Werk von einem recht lockeren, einem informellen Umgangston geprägt, der pointiert seine Gegner aufs Korn nimmt. Seine Gegner, das sind: die "68er" (die ihm heute Post mit jenem Brecht-Zitat zusenden) sowie - die Briten.

 

Und hier liegt die größte Schwachstelle. Es mag in den ersten Kapiteln noch erheiternd wirken, wenn Matussek - man möchte fast sagen: mit deutscher Gründlichkeit - durch einen gewissen Humor Eigenarten der Briten, gerade in Hinblick auf ihre Sicht der Deutschen, herausstellt und karikiert. Doch die anfängliche Lässigkeit gewinnt mit zunehmender Seitenzahl deutlich an Biss und Schärfe, so dass es dem Leser stellenweise vorkommt, als wolle der Autor ein neues deutsches Nationalgefühl nicht durch die Hoch-Achtung vor der deutschen Kultur beleben, sondern durch die Ver-Achtung der britischen.

 

Hier liegt sogleich der zweite wunde Punkt des Traktats: Zwar schildert Matussek die deutsche Kultur als eine strahlende Hochburg des Schönen, und man merkt, dass es gerade Heinrich Heine ist, der ihn zutiefst in seinen Bann zieht. Aber als eine Kulturnation sieht er die deutsche dennoch nicht. Gerade mit Blick auf die Seitenhiebe gegen Großbritannien wird man den Gedanken nicht los, es gehe ihm lediglich um eine Staatsnation, zu der die Bundesrepublik Deutschland endlich werden solle. Dafür spricht ebenfalls, dass Österreich als elementarer Teil deutscher Kultur (zumindest bis 1866) komplett ausgeklammert wird – mit der Ausnahme Mozarts, den er natürlich als, nach eigener Aussage, "Deutschen" präsentiert, obwohl es gerade im Alten Reich keine Unterscheidung zwischen "österreichisch" und "deutsch" gab, sondern das eine als ein Teil des anderen gesehen wurde. Matussek bewegt sich, historisch und politisch gesehen, hauptsächlich in der Nähe Preußens. Er steht, viel mehr noch, in der Tradition der kleindeutschen Revolutionäre, die im 19. Jahrhundert die Einigung der deutschen Fürstentümer anstrebten.

 

Gewiss, man muss es ihm hoch anrechnen, dass er dennoch in der ersten Hälfte seines Werkes einige Leistungen deutscher Kultur nennt und damit mit dem populären Paradigma bricht, alles vor Hitler wäre nur die Straße zur Machtergreifung gewesen - gerade mit Blick auf seine eigene, marxistische Vergangenheit, die mit solcherlei teleologischem Geschichtsverständnis nur allzu vertraut ist. Er spricht damit jenen "Neu-Konservativen" aus dem Munde, die sich gerade gegen Ende der Ägide Rot-Grün erhoben, und lässt sogar selbst einen, seinen idealen Konservativen eine Rede an das deutsche Volk halten, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Er rechnet mit dem seinerzeit beliebtesten Politiker, Außenminister a.D. Joschka Fischer, ab, der Auschwitz als den "Grundstein" Deutschlands bezeichnete und konstatierte, die deutsche Seele sei "zerstört" und wir alle "tief traumatisiert". Stellenweise schimmert, gerade in der Rede des idealen Konservativen, sogar so etwas wie die Hoffnung auf mehr Freiheit durch. Doch ein Liberaler ist Matussek nicht. Dazu fehlt beispielsweise der Verweis auf die teutsche libertet, die im Alten Reich (hauptsächlich von den Fürsten) zu den Vorzügen der hiesigen Kultur gezählt wurde und die man allzu gerne gegen die spanische servitud, also Bestrebungen zur Zentralisierung respektive Einheit unter der Kaiserkrone, abgrenzte.

 

Das führt schließlich zur dritten Schwachstelle des Traktates: dem Sinn und Zweck der Darstellung. Der Klappentext nennt das Werk eine "Ehrenrettung", gar eine "Liebeserklärung an Deutschland". Und als solche fungiert es auch, in der ersten Hälfte, einwandfrei. Der Blick wird erweitert, weg von Hitler, dem vermeintlichen Zentrum deutscher Geschichte, hin zur vermeintlichen Peripherie, die in der öffentlichen Aufmerksamkeit ein Dasein am Rande des Darbens zu fristen scheint. Matussek beschreibt dem Leser ein Deutschland fernab von Nationalsozialismus und Weltkrieg und ist damit gerade für diejenigen interessant, die am aktuellen Schulkanon die Schwerpunktlegung auf ebenjene zwölf Jahre kritisieren. Tatsächlich aber geht das Buch darüber hinaus. Indem er erklärt, "was Patriotismus mit der Wirtschaftskraft eines Landes zu tun hat" (so die Überschrift eines Kapitels), zeigt er das Ziel, das er verfolgt: Von einer simplen Beschreibung dessen, was man an Deutschland lieben kann, wandelt sich das Werk in eine politisch motivierte Schrift, welche die marxistische Klasse als Heimstätte des Menschen gegen die Nation tauscht. Freilich, es ist kein plumper Nationalismus, der vermeintliche Klassengegensätze durch nationale Kollektivierung zu beseitigen sucht. Doch sein zwischen den Zeilen zu erkennender Aufruf an die nationale Verantwortlichkeit der Unternehmer und die Prämisse "Wir müssen sehen, dass es dem Land gut geht, damit es uns selber gut geht" verraten seinen beschworenen Patriotismus als subtiles Mittel zur politischen Mehrheitsbeschaffung, das zudem noch den Staat als Verkörperung des Deutschen und der (klein-)deutschen Kultur sieht. Alles in allem ist die "unverklemmte Identifikation mit der eigenen Nation", die er fordert, daher ein Aufruf zu neuer Staatsgläubigkeit - nur unter anderen Vorzeichen.

 

Peter Sloterdijk, mit dem er, neben anderen, in seinem Buch spricht, meint: "Man sollte vielleicht begreifen, dass das deutsche Parteiensystem seit bald 25 Jahren den Wählern die Auswahl zwischen vier Spielarten von Sozialdemokratie anbietet". Matussek positioniert sich mit diesem Buch ziemlich genau dort, wo sich die neuen "Konservativen" um Bundeskanzler Angela Merkel scharen: Es ist eine patriotische Sozialdemokratie.

Montag, 10. Dezember 2007

Kleine Begriffskunde der Freiheit

Es passiert nicht oft (zumindest nicht mehr), dass ich mir beim Lesen eines Pseudonyms denke: "Warum hast du das nicht für dich gewählt?" Aber dann fiel mir wieder ein, dass dies nur eine historische Verklitterung meines Lebens bedeuten würde. Es würde heutige Paradigmen in die Vergangenheit projizieren. Anders: den Gedanken weitergesponnen, würfe ich mir vor, damals nicht wie heute gewesen zu sein. Damals hatte ich noch keinen Freiheitsbegriff an sich. Überhaupt hat das Nachdenken über den Begriff "Freiheit" wohl erst im letzten Jahr, soll heißen 2006, tatsächlich begonnen. Respektive der Gedanke, dass die Freiheit im Trio mit der Gleichheit und der Brüderlichkeit - die Triangel schlechthin, wie man sie in der Schule als das Nonplusultra der französischen Revolution (also dem, was vor Napoleons Plebiszitärkaisertum kam) gelehrt bekommt - als einziger Begriff hervorsticht. Freiheit kann man nämlich nicht staatlich erzwingen. Überhaupt: "Freiheit" und "erzwingen" in einem logischen Zusammenhang kann nur auf das Stilmittel der Antithese hinauslaufen. In der Schule lernt man das nicht. Dass aber keine Missverständnisse auftauchen: den Irak meine ich damit nicht. Um Freiheit ging es dabei nämlich nur sekundär - wenn überhaupt. Demokratie ist das Stichwort.

Sonntag, 7. Januar 2007

[Rezension] Günter Ederer, Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt

Ederer, Günter: Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt. Unsere Angst vor Freiheit, Markt und Eigenverantwortung. Über Gutmenschen und andere Scheinheilige, München 2002.

"Warum trauen wir dem Staat mehr als uns selbst?" Diese Frage stellt der renommierte Wirtschaftsjournalist Ederer (langjähriger Redakteur des Wirtschaftsmagazins "Bilanz") und geht gleich daran, sie zu beantworten. Eigentlich wollte er sein Werk "Freiheitsbuch" nennen, aber der tatsächliche Titel passt wie die Faust aufs Auge.

Ederer zeigt nicht nur auf, wie schief es läuft, wenn sich linke Sozialstaatsromantiker und konservative Etatisten zusammentun - er beschreibt auch die schwachsinnigen und haarsträubenden Dinge in unserem Staat, der Bananenrepublik Deutschland, die aus dieser unheiligen Ehe hervorgegangen sind.

So stellt er beispielsweise die "Zentrale gegen den unlauteren Wettbewerb" in Bad Homburg vor, die sich auf der Grundlage von Gesetzen aus dem kaiserlichen und national-sozialistischen Deutschland darum kümmert, dass unser Land eine Servicewüste bleibt. Schließlich würden lebenslange Garantien und Umtauschrechte auf Produkte nur zu mehr Wettbewerb führen, bei dem der bessere Service einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Anbietern hätte.
Oder aber er erzählt vom "Bundesinstitut für Berufliche Bildung" (BiBB), das in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Bundesbildungsministerium, den Wirtschafts- und Kultusministerien der Länder, den Gewerkschaften, den Fachverbänden der Wirtschaft, den Dachverbänden der Wirtschaft für Koordinierung und das Prüfungswesen, den Kammern des Handwerks, der Industrie und des Handels und dem "Bundesinstitut für Berufsbildung" festlegt, was überhaupt ein Beruf ist. Dass überhaupt das deutsche Berufskammernsystem viel eher zu einem syndikalistisch oder faschistisch organisierten Staatssystem passt (man denke nur an den sog. "austrofaschistsichen Ständestaat", dessen Kern die Berufskorporationen darstellen sollten) denn in eine tatsächliche Marktwirtschaft, die diesen Namen auch verdient, verwundert dann auch nicht mehr.

Alles in allem ist es die "Unfreiheit als Tradition" (so der Titel eines Kapitels in Ederers Werk), welche auch heute noch - nach der vermeintlichen Befreiung Deutschlands - das politische Geschehen bestimmt. Sogar so sehr, dass selbst der "Weltuntergang als Steuerquelle" ausgenutzt wird, in Rentenfragen ein unbarmherziger "Krieg mit dem 1x1" tobt und Subventionen als "gute Fee" herhalten müssen, um das eine oder andere Wählerreservoir am Leben zu erhalten.

Stilistisch erinnert Ederer mit seinen teilweise sehr zynischen, oft humorvollen, aber dennoch stets flüssig zu lesenden Wendungen ein klein wenig an Michael Moore, ohne aber dessen bäuerlich-rustikale Plattitüde zu erreichen - ein großes Lob daher.

Trotz des Alters (erstmals im Jahre 2000 erschienen) ist dieses Buch brandaktuell - gerade zu Zeiten, in denen man sich ganz gerne vom Neoliberalismus, dem Ederer anhängt und was hierzulande als "soziale Marktwirtschaft" in den Himmel gelobt wird, distanziert. In jedem Falle lesenswert - gerade auch für diejenigen, welche erste Kontakte mit der liberalen Sicht auf die Welt knüpfen.

Donnerstag, 14. September 2006

Warum die zentrale Stellung des Marktes?

Politisch gibt es eine Dichotomie zwischen Individualismus, üblicherweise verknüpft mit dem Liberalismus, und Kollektivismus, üblicherweise verknüpft mit dem Sozialismus. Der Konservatismus findet sich inmitten dieser Dichotomie.

Kollektivismus ist abzulehnen, weil er die schlechte menschliche Natur entfesselt:  Im Kollektiv wird die Handlungsmöglichkeit der schlechten menschlichen Natur gebündelt und auf diese Weise verstärkt. Da das Kollektiv alleine schon quantitativ gegenüber dem Individuum faktische Priorität und Superiorität besitzt, gibt es nichts, das dieser entfesselten menschlichen Natur entgegenstehen könnte.

Entscheidend ist nun aber, dass die Dichotomie zwischen Individualismus und  Kollektivismus gar kein echter Dualismus ist, sondern nur ein Schein-Dualismus. Tatsächlich führt Individualismus zu Kollektivismus:  

(a) Individualismus impliziert gleiches Recht für alle, da alle Individuen als solche das gleiche (Recht auf ein) Dasein als Individuum brauchen.  

(b) Durch das Recht zur Abgrenzung impliziert Individualismus die Isolation des Einzelnen vom anderen und schwächt ihn dadurch.

(c) Auch ein Individuum kann aus Bestandteilen bestehen: i. Materiell besteht der Mensch aus Zellen, Knochen, Körperteilen. ii. Philosophisch besteht der Mensch aus Körper, Geist, Seele. 

(d) Deswegen kann auch ein Kollektiv als Individuum agieren. 

(e) Aus (a) und (d) ergibt sich, dass das Kollektiv als Individuum das gleiche Recht wie alle anderen Individuen auch haben muss und so den gemäß (b) geschwächten Einzelnen übervorteilen kann. 

Der Markt löst nun diesen Schein-Dualismus auf: Der Einzelne kann sich im Marktgeschehen nie ganz vom anderen isolieren, aber auch nie ganz von einem anderen absorbiert werden. Individualismus und Kollektivismus sind Monopole, die der Markt nicht zulässt. Der Dichotomie aus Individualismus und Kollektivismus stellt der Markt die transaktionale, oder: ökonomische Interdependenz entgegen. Somit handelt es sich beim Markt gerade um die konservative Option gegenüber liberalen und sozialistisch-kommunistischen Ansätzen.

Sonntag, 6. August 2006

Das liebe Heilige Römische Reich ...

... wie hälts nur noch zusammen?

Ein leidig Lied! Dankt Gott mit jedem Morgen,
Daß ihr nicht braucht fürs Römische Reich zu sorgen!

Auerbachs Keller ist gemütlich.

Das Alte Reich - wohl kein Gebilde auf deutschem Boden ist so dermaßen falsch im Bild der kollektiven Erinnerungskultur geblieben. Überhaupt, es greift so manche Analyse gnadenlos ins Leere, wenn sie sich daran macht, die Struktur dieses Dings zu fassen. Nun ist es ja allgemeiner Konsens, dass es weder Staat noch Staatenbund war. Es ist, oder besser: war eben das Reich. Punkt. Aus.

Freitag, 16. Juni 2006

Batalla en el cielo

 ... oder wie ich lernte, die Sneak-Preview zu fürchten

Die erste Szene ist noch harmlos. Man sieht das ausdruckslose Gesicht eines Mannes aus Mittel- oder Südamerika. Er ist dick, hat einen ungepflegten Vollbart und trägt eine überdimensionierte Brille, wie man sie hierzulande in den 80er Jahren getragen hat. Ein erster Gedanke schießt mir durch den Kopf: Es muss wohl ein Film sein, der sich um illegaliens an der amerikanisch-mexikanischen Grenze dreht. Untermauert wird diese Vermutung durch den Hintergrund, den Raum, in dem diese Person steht, der an ein anonym gehaltenes Verhörzimmer erinnert. Dann fährt die Kamera nach unten und zeigt, dass der Mann kein Hemd trägt. "Na klasse", denke ich mir. "Wieder mal was über die herzlosen Amerikaner, die Mexikaner foltern und dazu zwingen, ihre Bierbäuche zu zeigen." Das ist der letzte klare Gedanke, den ich fassen kann, ehe der Film mich auf eine irrwitzige Reise hin zu den Grenzen des klaren Menschenverstandes prügelt.

Donnerstag, 11. Mai 2006

An den Herrn Reichsbürger

Die Bundesrepublik Deutschland ist das Deutsche Reich. Zumindest der Teil, der vom Bismarck-Reich des Jahres 1871 übrig blieb (daher war die Aufnahme der SBZ in die Bundesrepublik tatsächlich eine Wiedervereinigung). Ein Dokument mit der Überschrift "Friedensvertrag" ist unnötig, weil mit der Westbindung (EU, NATO, Verträge über die polnische Westgrenze) ein Vertragssystem geschaffen wurde, das den deutschen Staat besser in die Gemeinschaft der Staaten integriert als dies ein klassischer Friedensvertrag je könnte. 

Freitag, 28. April 2006

Kritik der Chronologiekritik: Hat Karl der Große je gelebt?

Ich würde Heribert Illig nicht als "Historiker" bezeichnen. Nur weil ich erkennen kann, wenn jemand anderes Schnupfen hat, bin ich ja auch kein Mediziner. Wenn man sich ein wenig mit dem Mittelalter und vor allem der mediävistischen Forschung sowie deren Methodik auseinandersetzt, dann erkennt man sehr schnell, wie unwissenschaftlich Illig arbeitet. Als Student der Mittleren und Neueren Geschichte habe ich schon von der These des erfundenen Mittelalters gehört, und mir danach auch mal das Buch von Illig aus der Bibliothek besorgt, um die allgemeinen Kritikpunkte daran nachzuprüfen. Soweit ich erkennen konnte, stimmt die Kritik.