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Sonntag, 14. Januar 2018
Theologie und Wissenschaft
Donnerstag, 11. Januar 2018
Die Grenzen der Vernunft
Der katholische Glaube spricht auch über die Grenzen der Vernunft. Hier liegt der Anknüpfungspunkt zum philosophischen Teilbereich der Erkenntnistheorie bzw. Epistemologie, die sich u.a. ebenfalls mit diesen Grenzen beschäftigt. Kirchenlehre ist dabei:
- Der Mensch kann vermittels seiner natürlichen Vernunft selbständig erkennen, dass Gott ist (Katechismus der Katholischen Kirche, Ziffer 31-35).
- Der Mensch kann vermittels seiner natürlichen Vernunft jedoch nicht selbständig erkennen, was oder wie Gott ist - hierfür bedarf es der Offenbarung (KKK 36-38).
- Das Reden von und über Gott besitzt immer schon Grenzen und kann Gott nie vollständig in der Sprache abbilden (KKK 39-43).
Freitag, 29. Dezember 2017
Theodizee
Ich sehe keinen Widerspruch zwischen a) dem Bezug zu Leuten, die sich schon vor mir Gedanken über Fragen gemacht haben, die auch ich mir stelle, und b) einem persönlichen Statement, das ich abgebe. Ich muss ja nicht zwanghaft das Rad neu erfinden - weder in der Wissenschaft noch in der Musik noch im Glauben. Und wenn mich ein fremder Gedankengang überzeugt, dann wäre es a) unsinnig, ihn abzulehnen bloß weil er nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen ist, und b) unredlich, ihn gegenüber Dritten als meine eigene Erfindung auszugeben. Ich weiß, dass man das auch anders sehen kann: Anderen zu unterstellen, sie hätten das Potenzial, einen selbst zu überzeugen, versteht sich nicht von selbst.
Was die Theodizee angeht, bin ich nun in einer Zwickmühle zwischen dem, was ich denke, und dem, was gemeinhin von mir verlangt wird: Was ich denke, steht - genau wie die übliche theologische Fragestellung - unleugbar in der Tradition der abendländischen Geistesgeschichte vom antiken Griechenland bis heute. Verlangt wird meist hingegen eine Antwort, die diesen Bezug nicht erkennen lassen darf - im Gegensatz zur Frage selbst, die mit der Bezeichnung als Theodizee natürlich einen klaren Bezug formuliert.
Versuch einer Antwort, aufgrund der Aufgabenstellung notwendig verkürzt:
Mittwoch, 27. Dezember 2017
Religion, Politik und Idiotie
Die res privatae bezeichnen historisch die privaten, persönlichen oder individuellen Reichtümer, und sie stehen in Kontrast zur res publica, d.h. dem Gemeinwesen oder Gemeinwohl. Die privaten Besitztümer unterstehen der jeweiligen Hausordnung, sind also Teil der oikonomia, während das Gemeinwesen sich in der polis verwirklicht - dort haben unsere Begriffe "Ökonomie" und "Politik" ihre Wurzeln. Radikal-Liberale und Libertäre legen auf diese historischen Ursprünge z.B. besonderen Wert, insofern sie die Marktwirtschaft als Privatrechtsordnung begreifen, welche dem öffentlichen Recht des Staates gegenübersteht, und sie entsprechend verteidigen. Insofern ist Wirtschaft im Kern die Privatsphäre, so wie Politik im Kern Öffentlichkeit bedeutet.
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Zum Unterschied der Wissenschaften
Der Unterschied zwischen den Naturwissenschaften (NW) und den Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften (GGKW) ergibt sich nicht aus dem Erkenntnis-objekt, sondern aus dem jeweiligen Erkenntnis-interesse. Der Übergang vom Subjektiven ins Objektive und/oder umgekehrt ist bei den einen nicht früher oder später als bei den anderen. Es verhält sich lediglich so, dass in den NW bestimmte Dinge als selbstverständlich vorausgesetzt und als gegeben angenommen werden, die man in den GGKW gerade hinterfragt.
Mittwoch, 13. Dezember 2017
Zur naiven Bibelexegese
Man sollte zunächst einmal unterscheiden zwischen der wörtlichen Lesart, wie sie am Beispiel der christlichen Tradition bereits vor dem Aufkommen des Fundamentalismus praktiziert wurde (z.B. im Rahmen des vierfachen Schriftsinns), und der ... ich nenne sie mal "wortwörtlichen" Lesart, wie sie im Fahrwasser des Fundamentalismus ab dem 19. Jahrhundert heutzutage auch ganz gerne von Glaubens-, Kirchen- und Religionskritikern praktiziert wird. Da gibt es durchaus erhebliche Unterschiede, nicht zuletzt weil letztere Lesart eben schlicht naiv ist. So hat z.B. Augustinus von Hippo eine Schrift über das wörtliche Lesen des Buches Genesis verfasst (De Genesi ad litteram) - dies kann mit der Brille des Fundamentalismus aber nur schwer als "wortwörtliche" Lesart verstanden werden. Eben weil es keine naive Lesart beschreibt.
Hier liegt also ein erstes Missverständnis: Wörtliche Lesart und fundamentalistisch-naive Lesart sind nicht dasselbe. Zur Verdeutlichung vielleicht ein Beispiel:
Montag, 13. November 2017
Libertärer Ikonoklasmus: Murray N. Rothbard
Dass sich die Situation für einen Durstigen in der Wüste, der auf einen Wasserbesitzer trifft, effektiv nicht ändern würde, ist ein populärer libertärer Denkfehler. Denn in der Begegnung mit einem anderen Menschen setzt auch eine neue Situation ein: sowohl für den Durstigen als auch für denjenigen mit Wasser. Es sei denn, der andere Mensch zählt gar nicht als anderer Mensch.
Sonntag, 17. September 2017
Self-movement and spiritual death
Death as a theological concept (and mind you, the Genesis narrative presents a theological reflection, not a scientific, or biological, or psychological study) is distinct from mere material (physical, chemical, biological) change, or trans-formation, or meta-bolism, even though it can correspond with it.
Samstag, 16. September 2017
On original sin
The fall of man, or original sin (peccatum originale originans) as one might call it, is not so much a chronological state or phase but rather an ontological moment in nature as man experiences it. Therefore, the account of the natural sciences might not show any differences between the time before man and with man: it's just beyond their scope, and rightly so - they don't need to be concerned with that kind of question.
On a side note, one should also distinguish between natural desasters, diseases or consumption within the animal world, and cruel, immoral or sinful behaviour in the human world. A lion is not "evil" for eating the antelope, the eagle is not "immoral" when he hunts the gopher, and the crocodile doesn't "sin" by devouring the gnu. It's just what they do. Man, however, has the ability to reflect on his behaviour, to distinguish between good and bad (or evil) - in other words: man can go beyond or against his nature, other animals can't.
Mittwoch, 13. September 2017
Die politische Mitte in der Bundesrepublik Deutschland
In der Weimarer Demokratie beschrieb die Mitte den negativen Raum zwischen den Kommunisten auf der linken Seite sowie den Monarchisten auf der rechten Seite. Die Mitte war hier gewissermaßen eingeklemmt zwischen zwei Republikfeinden: Einerseits diejenigen, die die parlamentarische Republik auf den "Fortschritt" zur Räterepublik hin abschaffen wollten; andererseits diejenigen, die die parlamentarische Republik unter Rückgriff auf (vermeintlich) historische Vorbilder hin abschaffen wollten. Die Zentrumspartei (mit Abstrichen auch SPD, DDP und DVP) stand in dieser Mitte, was sich z.B. daran zeigt, dass das Zentrum gewissermaßen universal anschlussfähig war, Regierungsbündnisse von der SPD bis hin zur DNVP schließen konnte und so an den meisten Regierungen der WR beteiligt war. In Frankreich, wo die republikanische Tradition anders als im Deutschland zur Weimarer Zeit wesentlich zur nationalen Identität gehört, stellt sich die Lage anders dar: Hier stehen rechts und links nicht in erster Linie die Republikfeinde, sondern es stehen dort unterschiedliche Konzeptionen von der Republik. Einerseits die Sozialisten, die ihren Fokus mehr auf die innenpolitische Stärke der Republik hinsichtlich der Gesellschaft legen; andererseits die Gaullisten, die ihren Fokus mehr auf die außenpolitische Stärke der Republik hinsichtlich der Staatengemeinschaft legen. Le centre steht dazwischen, ohne wirklich eine dominante Position besetzen zu können. Analog verhält es sich auch bspw. in den USA zwischen Demokraten und Republikanern, deren Unterschied traditionell unter den Begriffen welfare und warfare subsumiert wird. Hier gibt es faktisch keine Partei der Mitte. Was diese genannten Beispiele betrifft, kann man durchaus sagen, dass die Mitte den halben Weg von der einen zur anderen Seite beschreibt.


