Nach einigem Überlegen kann und muss ich sagen: Auch ich verwerfe die Gotteshypothese.
Bitte sacken lassen.
Es gibt da einen schönen Cartoon, der sich wunderbar als Aufhänger für eine Begründung eignet; ich vermute mal, er ist hinlänglich bekannt.
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Nach einigem Überlegen kann und muss ich sagen: Auch ich verwerfe die Gotteshypothese.
Bitte sacken lassen.
Es gibt da einen schönen Cartoon, der sich wunderbar als Aufhänger für eine Begründung eignet; ich vermute mal, er ist hinlänglich bekannt.
Moral ist ein Produkt des Essens der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Der Mensch hat sich diese Frucht genommen, um seine eigenwilligen Ziele zu verfolgen, und wurde deswegen aus dem Paradies vertrieben.
Vor dem Essen der Frucht lebte der Mensch nicht in Unkenntnis, denn er wusste, dass das Essen der Frucht verboten war. Man mag durchaus stichhaltig ins Feld führen, dass der Mensch nicht wissen konnte, ob das Essen der Frucht intrinsisch gut oder böse war. Der Mensch kannte jedoch definitiv die Konsequenzen des Essens der Frucht: "sobald du davon isst, wirst du sterben" (Gen 2,17 - Anm.: Soviel zum Funktionieren konsequentialistischer Ansätze). Hätte der Mensch keinerlei Kenntnis gehabt, so hätte es für die Schlange keinerlei Notwendigkeit gegeben, den Menschen zu überreden.
"Real" in "Realpräsenz" bezieht sich nicht auf alte spanische Münzen, sondern es heißt, dass die Substanz sich nicht nur in meinem Kopf oder "spirituell" wandelt, sondern ganz dinglich und unabhängig von meiner sinnlichen Wahrnehmung. Wenn ich meine Butterbrezel mit einer Münze bezahle, dann gehe ich davon aus, objektiv Geld auf den Tresen zu legen - sub specie metalli, wie man hinzufügen sollte, schließlich umfasst der Glaube an Geld auch andere Akzidenzien, von bedrucktem Schnittpapier bis hin zu Manipulationen auf einer Magnetscheibe. Da Geld sub specie metalli erstens nicht sofort nach der Wandlung dem entsprechenden Zweck zugeführt wird und zweitens den entsprechenden Zweck mehrfach erfüllen kann - es wird ja nicht konsumiert, sondern schlicht weitergereicht -, ergibt sich freilich die Notwendigkeit, die Unterscheidung zwischen gewandeltem und nicht gewandeltem Metall etwas spezifischer zu gestalten als beim Heiligen Messopfer, mit dem ja in der Regel direkt nach der Wandlung kommuniziert wird. Für gewöhnlich geschieht dies beim Geld mittels eines Siegels der entsprechenden Instanz, damit klar ist, dass da eine glaub-würdige Stelle die Wandlung vollzogen hat.
In seiner Predigt zur Possess der Laterankirche am 7. April 2013 kam Papst Franziskus auf den "ungläubigen" Thomas zu sprechen:
Im heutigen Evangelium macht der Apostel Thomas eigens die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes, die ein konkretes Gesicht hat, das Gesicht Jesu, des auferstandenen Jesus. Thomas traut nicht dem, was die anderen Apostel ihm sagen: "Wir haben den Herrn gesehen"; es genügt ihm nicht die Verheißung Jesu, der angekündigt hatte: Am dritten Tag werde ich auferstehen. Er will sehen, will seine Finger in die Male der Nägel und seine Hand in Jesu Seite legen. Und was ist die Reaktion Jesu? Geduld: Jesus lässt den eigensinnigen Thomas in seiner Ungläubigkeit nicht fallen; er gibt ihm eine Woche Zeit, verschließt nicht die Tür, sondern wartet. Und Thomas erkennt seine Armseligkeit, seine Kleingläubigkeit. "Mein Herr und mein Gott": Mit diesem einfachen, doch glaubensvollen Ruf antwortet er auf die Geduld Jesu. Er lässt sich von der göttlichen Barmherzigkeit umfangen, sieht sie vor sich in den Wunden der Hände und der Füße, in der geöffneten Seite, und gewinnt das Vertrauen zurück: Er ist ein neuer Mensch, nicht mehr ungläubig, sondern gläubig.
Thomas ist also gerade kein Skeptiker, sondern er glaubt. Seine Verfehlung besteht darin, dass er seinen Brüdern im Apostelkreis nicht glaubt, denn vom Herrn selbst akzeptiert er schließlich das Zeugnis.
Eines finde ich bei aller Empörung und allem Aufschreien ganz geschickt: So wie Guido Westerwelle 2009 als polarisierende Figur den Wahlkampf angeführt hat, so ist jetzt Rainer Brüderle als Spitzenkandidat an die Front getreten. War es bei Westerwelle noch die soziale Kälte und das Image als sozialdemokratischer Albtraum und Kinderschreck, so ist Brüderle der Ladykiller-Schrägstrich-Gockel. Der Wahlkampf wird so wieder personalisiert, und das bringt der FDP mehr Sympathien als irgendwelche abstrakten Programmdiskussionen. Zumal Brüderle ohnehin der Kopf hinter den "Brot und Butter"-Themen im freidemokratischen Wahlkampf war bzw. ist, der die Wähler "ganz persönlich im Blick" hat. Denn mal ehrlich: Wer hat denn noch nicht geflirtet? Soll das denn plötzlich verboten werden? Komplimente machen?! Und am Ende nehmen die uns noch die ganze Freiheit!
Während Angela Merkel farblos wie eh und je als ohnehin schon sicherer Wahlsieger gehandelt wird, ihr ... "Konkurrent" ... Peer Steinbrück nur durch die peinliche Berührtheit seiner Genossen aufgefallen ist, die Grünen nicht wissen, ob sie nun mit oder ohne Schwarz machen sollen, und die Piraten ihren Hype längst hinter sich haben (von der PDSEDLinken ganz zu schweigen), hat Brüderle nicht nur seinen eigenen Fanblog, sondern gleichzeitig noch einen eigenen Twitter-Hashtag, der gleichzeitig jungen Frauen dabei hilft, gegen sexuelle Übergr-- Diskrimi-- Anmachen aufzustehen. Am Ende muss Frollein Himmelreich nur noch bei ihm als Praktikantin anfangen, und Brüderle kann sich als deutscher Bill Clinton gerieren.
Ich halte den Bezug auf die Ringparabel für äußerst problematisch: Wenn alle drei Religionen gleich wahr sein sollen, dann kann das - vernünftig gesehen - nur dann der Fall sein, wenn sie alle drei un-wahr sind. Nur in diesem Fall können die drei "Ringe" nicht voneinander unterschieden werden. Dass sich dieser Gedanke auch bei Lessing finden lässt, zeigt sich in zwei Dingen: Einmal darin, dass der Vater jedem der drei Söhne dasselbe über die Echtheit des jeweiligen Ringes sagt und damit als Lügner dargestellt wird. Zum anderen auch das Urteil des Richters: Jeder soll so tun, als habe er den echten Ring, denn der Vater habe alle drei gleich geliebt. Wenn er sie wirklich alle gleich geliebt hat, dann hat er alle drei angelogen - denn einem die Wahrheit zu erzählen, würde diesen ja bevorzugen.
"Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus." Auch nach über 160 Jahren hat dieses geflügelte Wort, mit dem Marx und Engels seinerzeit ihr "Manifest der Kommunistischen Partei" einleiteten, nichts an Aktualität eingebüßt. Einzig die geographische Eingrenzung gilt so heute nicht mehr: Der Kommunismus ist längst ein weltweit gefürchtetes Gespenst geworden.
Hierin zeigt sich jedoch auch die traurige Realität, die mit diesem Satz beschrieben wird: Der Kommunismus ist lediglich "Gespenst", d.h. unkörperliches und übernatürliches Geistwesen, das rational nicht zu fassen ist, dem menschlichen Verständnis also verborgen bleibt, und deshalb Angst und Schrecken verbreitet. So ist es ganz natürlich, dass die Meinungen darüber, was genau nun als "Kommunismus" zu gelten habe, im politischen Diskurs meilenweit auseinanderliegen und der Kommunismus faktisch wie ideell recht eigentlich gar nicht existiert: Wo die einen in der ehemaligen Sowjetunion, in China oder Choson-Korea seine Verwirklichung sehen wollen, da sehen die anderen nur Stalinismus, Maoismus und Juche-Ideologie. Wo die einen ihn in Vietnam, Kambodscha oder Osteuropa ausgemacht haben wollen, da gibt es für die anderen nur Nationalbolschewismus, Agrarianismus und Militärdiktaturen. Und wo die einen hoffnungsvoll nach Afrika oder Südamerika blicken, um wenigstens hier einen Funken Kommunismus zu erhaschen, da dekonstruieren die anderen diese Hoffnung als Produkte und Spätausläufer bourgeoiser Kolonialmacht, als Nachkommen des kriegerischen Imperialismus, der kapitalistischen Landnahme. Kurzum: Die Geisterjäger wissen selbst nicht, was sie wo suchen sollen oder gar wollen.
"Evolution" ist ein Konstrukt, mit dem viele verschiedene Tatsachen geordnet werden können, durch das sie unter einer gemeinsamen Idee zusammengefasst werden. Als solches funktioniert es auch sehr gut: Die (vermeintlichen) Sprünge in der Makroevolution sind meines Erachtens nach ein Punkt, der nur die menschliche Begriffswelt betrifft. Auch eine Art im biologischen Sinne ist erstmal nur ein Konstrukt, durch das verschiedene Tatsachen unter einen Hut gebracht werden. Es ist ja gerade der Clou an einer Begriffssetzung, dass Grenzen gezogen werden (beispielsweise dort, wo genetische Inkompatibilität vorliegt), wenn man so will eine intrinsische Notwendigkeit biologischer Forschung. Es stellt sich die Frage, ob man das eine - Mikroevolution - ohne das andere - Makroevolution - überhaupt denken kann. Und umgekehrt natürlich auch.
Der Gedanke der Evolution sollte historisch niemals einen Gott widerlegen, sondern u.a. erklären, wie es sein kann, dass es manche Tierarten heutzutage nicht mehr gibt (der Mosasaurus war Ende des 18. Jahrhunderts eine der ersten Arten, die als ausgestorben anerkannt wurde) - unter der Voraussetzung, dass man Gott nicht zutraute, Tierarten, die er geschaffen hatte, einfach so zu vernichten. So wurde der Gedanke der Evolution (Lamarck) bzw. Deszendenz (Darwin) entwickelt: Die vermeintlich ausgestorbenen Tierarten sind recht eigentlich nicht ausgestorben, sondern haben sich (weiter-)entwickelt (lat. evolvere). Die heutigen Tierarten sind demnach Abkömmlinge (lat. descendere - herabsteigen) früherer Arten. Ich würde darum sagen:
Die Spannung zwischen Schöpfung und Evolution lässt sich nur lösen durch einen ganzen Gott und einen ganzen Darwin.